Die Geldmenge ist eines der wichtigsten Instrumente, um das Verhältnis zwischen Waren und Geld in einem stabilen Bezug zu halten. Zugleich lässt der Indikator auch Hinweise darauf zu, wie sich die Marktpreise in Zukunft entwickeln werden. Doch was ist die Geldmenge überhaupt, wer steuert die Geldmenge und wie lassen sich turbulente Märkte mithilfe der Geldmenge stabilisieren?

Was ist die Geldmenge?

Die Geldmenge, auch Geldvolumen genannt, gibt Auskunft darüber, wie viel Geld in einer bestimmten Volkswirtschaft aktuell im Umlauf ist. Dabei bezieht sich die Geldmenge lediglich auf die Mittel, die Privatpersonen und Unternehmen zur Verfügung stehen. Der Geldbestand, der in Besitz von Banken oder Kreditinstituten ist, wird in der Kennzahl nicht beachtet. Die ökonomische Grösse umfasst jedoch nicht nur Bargeld, sondern auch Buchgeld und liefert grundlegende Informationen über die langfristige Preisentwicklung.

Unterteilung der Geldmenge

Es gibt unterschiedliche Arten der Geldmenge, die sich an der Verfügbarkeit der Mittel orientieren. Die Übergänge der einzelnen Arten sind jedoch fliessend und nicht jedes Land interpretiert die Klassen exakt gleich. So verwenden die Schweiz und die USA andere Definitionen als die Europäische Union. Prinzipiell lässt sich die Geldmenge jedoch in vier verschiedene Kategorien unterteilen:

  • M0
  • M1
  • M2
  • M3

Das M steht hierbei für das englische Wort Money. Die Unterteilung erfolgt nach dem Verfügbarkeitsgrad der liquiden Mittel, wobei in höheren Klassen zusätzliche Kosten entstehen können, wenn der Kunde kurzfristig auf die Gelder zugreifen möchte.

Geldmenge M0

In der Schweiz zählen sämtliche Banknoten, die sich in Umlauf befinden, zur Klasse M0. Zudem werden auch Giroguthaben, die zu inländischen Geschäftsbanken gehören, als Geldmenge M0 angesehen. Daher zählen auch Zahlungen, die beispielsweise kontaktlos mit einer Maestro-Karte durchgeführt werden, zur Geldmenge M0. In der Europäischen Union gehören neben Banknoten und Münzen auch die Zentralgeldbestände von Kreditinstituten, die auf Konten der Zentralbank liegen, zur Geldmenge M0.

Geldmenge M1

Die Geldmenge M1 ist breiter gefasst als die Geldmenge M0. So zählt zur Geldmenge M1 das gesamte Geldvolumen von M0 zuzüglich der sogenannten Sichteinlagen. Unter Sichteinlagen versteht man Bankguthaben, auf die Kunden ohne Kündigungsfrist jederzeit Zugang haben.

Geldmenge M2

Die Geldmenge M2 besteht aus allen Geldvolumen der Klasse M1 sowie den bestehenden Spareinlagen in Schweizer Franken. Im Europäischen Wirtschaftsraum dürfen die Spareinlagen maximal zwei Jahre gebunden sein und müssen zudem eine Kündigungsfrist von nicht mehr als drei Monaten aufweisen.

Geldmenge M3

Nimmt man die Geldmenge M2 und addiert alle Termineinlagen in Schweizer Franken, so erhält man die Geldmenge M3. Gemäss der Definition der Europäischen Zentralbank (EZB) zählen auch Geldmarktfonds, Geldmarktpapiere und Bankverschuldungen, die eine maximale Laufzeit von zwei Jahren aufweisen, zur Geldmenge M3.

Wer steuert die Geldmenge?

Die Geldmenge wird durch die Zentralbank der jeweiligen Volkswirtschaft gesteuert. In der Schweiz obliegt die Steuerung somit der Schweizer Nationalbank (SNB) und in der Europäischen Union der EZB. Die Zentralbanken können hierbei direkten Einfluss auf das Preisniveau innerhalb einer Volkswirtschaft nehmen, wobei es Ziel der Geldpolitik ist, Preisstabilität zu garantieren. Dadurch lässt sich sowohl eine hohe Inflation als auch Deflation vermeiden. Will die Zentralbank die Geldmenge erhöhen, so kauft sie beispielsweise am Kapitalmarkt Wertpapiere. Die Bezahlung der Wertpapiere erfolgt durch frisch gedrucktes Geld, wodurch mehr Geld in Umlauf gebracht wird. Dieses Vorgehen wird für gewöhnlich als expansive Geldpolitik bezeichnet. Möchte die Zentralbank die Geldmenge wiederum verringern, so verkauft sie Wertpapiere am offenen Markt. Die Käufer der Wertpapiere bezahlen direkt an die jeweilige Zentralbank, die das Geld dann dem Markt entzieht. Reduzieren Zentralbanken die Geldmenge, so spricht man auch von einer restriktiven Geldpolitik, die zu Zinssteigerungen führt und insbesondere in Zeiten einer konjunkturellen Überhitzung eingesetzt wird.

Fazit

Die Geldmenge zeigt den aktuellen Bestand an Zahlungsmitteln innerhalb einer Volkswirtschaft und ist eines der massgebendsten Steuerungsinstrumente der Zentralbanken, die dazu verpflichtet sind, Preisstabilität zu gewährleisten. In den vorgegangenen Jahren hat sich die Geldmenge in den meisten grösseren Volkswirtschaften stark ausgeweitet was in dem kommenden Jahr zu einem Anstieg der Inflation führen kann.

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