Tron will nichts weiter, als das Internet wieder zu seinen Grundsätzen zurückzuführen: Anstelle von übermächtigen Konzernen soll der Content wieder seinen Schöpfern und der Allgemeinheit gehören. Dazu wird eine peer-to-peer Blockchain-Plattform geschaffen, auf der Content-Produzenten ihre Inhalte frei teilen können.

Was ist Tron?

Tron (TRX) ist eine Blockchain für Smart Contracts und dezentrale Applikationen. In dieser Hinsicht gehört Tron zu einer immer länger werdenden Reihe von Blockchain-Netzwerken, angefangen mit Ethereum, Cardano oder EOS. Tron fokussiert sich dabei auf das Teilen von Content, sprich Videos, Musik, Texte und alles, womit man im Internet seine Zeit verbringen kann. Dieser Content soll sich frei teilen lassen, ohne dass dabei Intermediäre nötig wären. Das Ziel ist es, das Internet und seinen Content von Unternehmensriesen wie YouTube oder Google zu befreien.

Welche Probleme wie Tron lösen?

Internetgiganten wie YouTube, Netflix, Spotify und viele andere liefern Millionen von Menschen verschiedenste Inhalte. Selber sind sie nur selten an der Produktion dieser Inhalte beteiligt, stattdessen sind es die Content-Produzenten, die Musiker, Filmemacher und andere, welche die Arbeit und die Kosten übernehmen, um ihren Content zu produzieren. Die Besitzer der Plattformen neben dabei einen Grossteil der Einnahmen ein. Insbesondere für kleinere Content-Produzenten ist es in der Regel schwierig, ihre Kosten zu decken und von ihrer Arbeit zu leben. Eine dezentrale, peer-to-peer Blockchain-Plattform ist wie geschaffen dafür, Konsumenten und Produzenten zusammenzuführen, ohne dabei auf einen Intermediär angewiesen zu sein.

Das Internet wiederherstellen

Das Ziel von Tron ist es, das Internet zu befreien, aus ihm wieder eine freie Landschaft zu machen, in der jeder Content verbreiten, teilen und konsumieren kann, ohne dass dabei Internetgiganten wie YouTube ihre Finger im Spiel haben. Dafür stellt Tron eine dezentrale Blockchain mitsamt Smart Contracts und dezentrale Applikationen (dApps) zur Verfügung. Die Inhalte umfassen nicht nur Videos, Musik und anderes Entertainment, auch Spiele, DeFi-Plattformen und Software-Lösungen für verschiedensten Zwecke. Diese laufen auf der Tron-Blockchain als dezentrale Programme. Einnahmen gehen von dem Nutzer direkt an die Entwickler.

Der Tron Token – TRX

Das Symbol von Tron

Die Kryptowährung dieses Netzwerkes nennt sich TRX. Sie kann dafür verwendet werden, um die Content-Produzenten zu belohnen oder sie für ihre Inhalte und Dienste zu bezahlen.Die TRX gehen dabei direkt an die Entwickler der dApps. Der Token kann auch für andere Kryptowährungen auf der Blockchain ausgetauscht werden. Weiterhin lassen sich Tron staken. Dafür erhalten die Stake-Holder nicht nur eine Belohnung in Form von TRX ausgeschüttet, sondern auch das Recht an Abstimmungen über die Blockchain teilzunehmen. Es gibt eine Maximalversorgung von 100’000’000’000 TRX.

Wer steckt hinter Tron?

Schöpfer von Tron und Gründer der Tron Stiftung ist Justin Sun. Er gründete die Stiftung mit Sitz in Singapur im Jahre 2017. Justin Sun ist ein Unternehmer und wurde von niemanden anderes als Jack Ma dazu ausgewählt, an seiner eigenen Hupan Universität studieren zu dürfen. Justin Sun war auch der Generalbevollmächtigter von Ripple im asiatischen Raum.

Eine kurze Geschichte von Tron

Die Tron Stiftung konnte beim ICO im Jahre 2017 rund 70 Millionen US-Dollar einnehmen. Damals handelte es sich noch um eine weitere Kryptowährung auf der Basis von Ethereum. Der TRX Token war also ein ERC20-Token. Das Mainnet von Tron zog im Juli 2018 auf eine eigene Blockchain um und emanzipierte sich damit von Ethereum.

Tron hatte zunächst mit Plagiatsvorwürfen zu kämpfen. Teile des Codes sollten von anderen Projekten kopiert wurden sein. Das White Paper soll zu Teilen vom InterPlanetary File System abgeschrieben worden sein. Diese Anschuldigungen wurden von der Tron Stiftung bestritten. Nach der Emanzipation von Ethereum gab die Tron Stiftung bekannt, BitTorrent übernommen zu haben, dem grössten Netzwerk für das peer-to-peer Filesharing. Im Oktober 2019 wurde eine Partnerschaft mit Samsung bekanntgegeben. Damit unterstützten Samsung-Smartphones mit einer integrierten Wallet auch Tron.

Der Konsensmechanismus von Tron

Tron verwendet einen besonderen Delegated-Proof-of-Work-Mechanismus für die Verifizierung von Transaktionen. Die Delegierten umfassen 27 sogenannte „Super Representatives“. Dabei handelt es sich um 27 gewählte Miner, die allein alle Transaktionen bestätigen und dafür einen Block Reward erhalten. Die 27 Super Representatives werden von den Stakeholdern gewählt. Man verspricht sich durch dieses System wesentlich schnellere Transaktionszeiten, ein flexibleres Netzwerk und niedrige Gebühren. Eine Tendenz zur Zentralisierung ist ein häufiger Kritikpunkt.

Entwicklung von Tron

Die Entwicklung der Blockchain ist in mehreren Phasen unterteilt. Die erste Phase nannte sich Exodus und war im Dezember 2018 abgeschlossen. In dieser Phase ging es allein darum, ein peer-to-peer Filesharing auf der Basis der Blockchain anzubieten.

Odyssey nannte sich das zweite Update und lief vom Januar 2019 bis Juni 2020. Hier standen die Content-Produzenten im Mittelpunkt und die Schaffung eines Ökosystems, das es ihnen erlaubt, ihre eigenen Inhalte zu programmieren, zu teilen und dafür belohnt zu werden.

The Great Voyage ist das dritte Update und läuft vom Juli 2020 bis zum Juli 2021. Hier geht es um ICOs auf der Plattform von Tron.

Das Update Apollo läuft vom August 2021 bis zum März 2023. Dieses Update soll es Content-Produzenten ermöglichen, ihre eigenen Kryptowährungen auf dem Token-Standard von Tron zu erschaffen. Dafür soll sich Tron zu einer dezentralen Handelsplattform für Kryptowährungen entwickeln.

Das fünfte Update genannt Star Trek soll vom April 2023 bis zum September 2025 laufen. Hier soll das Netzwerk zu einer vollkommen dezentralen Gaming-Plattform heranreifen. Dazu kommen Funktionen für die Monetarisierung von Traffic und Prognose-Tools.

Das sechste Update nennt sich Eternity und soll vom September 2025 bis zum September 2027 dauern. Dieses Update soll Funktionen für das Crowdfunding einführen, mit denen Entwickler ihre Projekte finanzieren können.

Tron-Tokens

Ähnlich wie bei Ethereum lassen sich auf der Basis der Tron-Blockchain eigene Tokens schaffen. Diese TRC-Tokens umfassen BitTorrent, JUST, SHD Cash und viele weitere, kleine Kryptowährungen. Die Auswahl und die Marktkapitalisierung dieser TRC-Tokens reicht bislang bei weitem nicht an Ethereum heran. Inzwischen lässt sich auch USDT, der am meisten benutze Stablecoin, über das TRC Netzwerk versenden. Der Vorteil ist, dass die Transaktionskosten deutlich geringer sind, als wenn der Token über ERC20 versendet wird. Zudem erfolgt die Transaktion oft deutlich schneller. Darüber hinaus gibt es auf Tron einen eigenen Token-Standard für non-fungible Tokens, genannt TRC721. Der TRX Token ist nicht derselbe wie der Token des TRC-Standards.

Weiterführende Informationen:

Offizielle Website

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