Polygon ist eine Skalierungs- und Interoperabilitäts-Lösung für Ethereum. Dank diesem Protokoll soll Ethereum besser wachsen können, Transaktionen weniger kosten und sich mit anderen Blockchains verbinden können. Früher nannte sich das Projekt Matic.

Die Kryptowährung mit dem Ticker MATIC, ist auf fast allen grösseren Krypto-Börsen handelbar.

Was ist Polygon?

Bei Polygon handelt es sich um eine Layer-2-Lösung, um ein zusätzliches Protokoll, das auf der Ethereum-Blockchain aufliegt. Polygon will Ethereum nicht ersetzen oder dessen Protokoll ändern, stattdessen bietet es eine zusätzliche Schicht, um die Probleme von Ethereum zu lösen. Gleichzeitig ist Polygon auch eine eigenständige Blockchain.

Polygon ist ein Framework für Ethereum, auf welchem Ethereum-Transaktionen durchgeführt werden können und das die Ethereum-Blockchain mit anderen Blockchains verbindet. Während das Matic-Netzwerk in seinen Anfangsphasen noch eine zusätzliche Schicht war, die dank der „Plasma“-Technologie Transaktionen off-chain verarbeitete und sie dann auf Ethereum ausführte, ist Polygon nun ebenfalls eine Plattform für Side-Chains. Damit können Entwickler eigene Blockchains erschaffen, ohne diese von Grund auf programmieren zu müssen. Ihnen stehen dafür anpassbare Templates zur Verfügung.

Welches Problem will Polygon lösen?

Das Skalierungsproblem ist ein ständiges Thema bei den Kryptowährungen und vor allem bei Ethereum. Blockchains können nur eine begrenzte Zahl an Transaktionen verarbeiten. Wenn das Netzwerk einer Blockchain wächst und es mehr Nutzer und Teilnehmer gibt, muss das nicht automatisch bedeuten, dass Transaktionen schneller bearbeitet werden können. Aktuell kann Ethereum nur 15 Transaktionen pro Sekunden verarbeiten. Bei einem erhöhten Transaktionsaufkommen steigen dann die Netzwerkgebühren. Wer bereit ist, mehr für seine Transaktion zu bezahlen, wird von den Minern bevorzugt, dadurch lohnen sich kleinere Transaktionen gar nicht mehr.

Ethereum hatte in der Vergangenheit häufig mit Transaktionsstaus und hohen Gas Gebühren zu kämpfen. Das gilt nicht nur für Ether-Transaktionen und für den Handel mit Kryptowährungen. Jedes Mal, wenn ein Smart Contract auf der Ethereum-Blockhain ausgeführt wird, muss dafür eine Netzwerkgebühr bezahlt werden. Auch der Tausch von anderen Token-Typen wie ERC-20-Tokens oder „Non-fungible Tokens“ (NFTs) auf der Basis des ERC-721-Token-Standards werden auf der Blockchain verarbeitet.

Um den Skalierungsproblemen und den Transaktionskosten auf Ethereum Herr zu werden, wird an verschiedenen Lösungen gearbeitet. Eine davon ist der Umstieg auf Proof-of-Stake in den kommenden Updates.

Die 2-Layer-Lösung von Polygon ist ein weiterer Lösungsansatz. Hauptsächlich geht es darum, mithilfe der weiteren Schichten mehr Transaktionen zu ermöglichen. Dadurch sollen die Kosten gesenkten werden und die Transaktionsgebühren wieder auf wenige Cents sinken.

Das andere Anliegen von Polygon ist es, ein Netzwerk zu entwickeln, bei dem Blockchains nicht mehr in sich geschlossene Systeme sind. Stattdessen sollen sie miteinander frei kommunizieren können und Kryptowährungen und Informationen austauschen. Smart Contracts und dApps sollen damit nicht mehr nur auf ihre Blockchains beschränkt sein. Für Nutzer bietet sich damit der Vorteil, nahtlos zwischen verschiedenen Blockchains wechseln zu können. Im besten Fall realisieren sie nicht einmal, welche Blockchain sie tatsächlich benutzen.

Wie funktioniert Polygon?

Das Netzwerk von Polygon besteht aus vier Schichten. Zunächst gibt es die Ethereum-Schicht. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Schicht bestehend aus Smart Contracts, die gemäss ihrer Programmierung mit der Ethereum-Blockchain kommunizieren. Diese Smart Contracts behandeln Transaktionen, das Staking und den Datenaustausch mit weiteren Polygon-Chains. Die zweite Schicht ist die Security-Schicht und bietet weitere, von Ethereum unabhängige Validatoren für die Sicherheit des Netzwerkes und die Verifizierung von Transaktionen auf den Side-Chains. Beide Schichten sind optional.

Die zwingend notwendigen Schichten bestehen aus der Polygon-Netzwerk-Schicht und der Ausführungs-Schicht. Die Netzwerk-Schicht dient der Ausführung der Blockchains, die auf der Basis von Polygon entwickelt wurden. Block-Generierung und Governance jeder individuellen Side-Chain wird unterschiedlich gehandhabt, je nach Programmierung der Entwickler. Die Ausführungs-Schicht ist Polgyons Version der „Ethereum Virtual Machine“ (EVM), eine Art virtueller Computer mit der Aufgabe, die Smart Contracts zu verarbeiten.

Die Hauptchain von Polygon basiert auf dem Proof-of-Stake-Mechanismus, welcher damit auch für die Side-Chains gilt. Diese Side-Chains setzen auf die Plasma-Technologie. Plasma erlaubt den Transfer von Tokens über die Plasma-Bridges und somit den nahtlosen Austausch von digitalen Assets auf Token-Basis. Dank dieser Technologien kann Polygon 65.000 Transaktionen pro Sekunden verarbeiten. Die Blockzeit beträgt 2 Sekunden.

Weitere Skalierungslösungen umfassen „ZK-Rollups“ und „Optimistic Rollups“. „ZK“ steht für Zero-Knowledge-Proof“ und erlaubt das Bündeln verschiedener Transaktionen, um damit die maximale Anzahl an Transfers zu erhöhen. Transaktionen werden dabei auf Side-Chains delegiert oder off-chain abgewickelt. Das „Optimistic Rollup“ basiert auf off-chain Validatoren, welche Transaktionen in regelmässigen Abständen überprüfen. Diese sind auch in der Lage, Smart Contracts mit einzubeziehen und diese zu beschleunigen.

Mittlerweile sind mehrere dApps auf Polygon gewechselt. Ihre Smart Contracts werden damit über die 2-Layer-Lösung ausgeführt. Dazu zählen DeFi-Protokolle wie Aave und Sushiswaps, Blockchain-Spiele wie Avegotchi, Decentraland und Atari, Prognose-Plattformen wie Polymarket und NFT-Handelsplätze wie OpenSea und SuperFarm. Graph und ChainLink wechselten ebenfalls zu Polygon.

MATIC Token

Das Projekt hat im Jahr 2021 seinen Namen von Matic auf Polygon gewechselt, für die Kryptowährung MATIC änderte sich jedoch nichts und er handelt immer noch unter dem alten Ticker.

Der MATIC Token erfüllt ähnliche Aufgaben wie der Ether Token, er wird unter anderem dafür verwendet, die Gebühren für die Ausführung von Smart Contracts zu bezahlen. Weiterhin lässt er sich staken und damit die Sicherheit des Netzwerkes erhöhen. Halter des MATIC Tokens haben zusätzlich das Recht, an Abstimmungen über Updates und Verbesserungen des Protokolls teilzunehmen. Die Maximalversorgung an MATIC liegt bei 10’000’000’000 Tokens. Diese wurden bereits alle geschaffen.

MATIC Staking

Eines hat Polygon der Ethereum-Blockchain bereits voraus: Der Proof-of-Stake. Während Ethereum erst in zukünftigen Updates komplett auf PoS umschwenken will, verwendet Polygon den Konsensmechanismus bereits. Stakes lassen sich an Validatoren delegieren. Stake-Holder erhalten damit einen Anteil an den Stake Rewards, die der Validator für seine Arbeit erhält.

Validatoren verbinden eine Node mit dem Netzwerk von Polygon. Ihre Aufgabe ist es, die verschiedenen Side-Chains zu sichern. Side-Chains können ihre eigenen Validators einsetzen. Sie müssen MATIC staken und bekommen dafür denselben Token als Belohnung ausgezahlt.

Wer steht hinter Polygon?

Das Projekt wurde 2017 von den drei Indern Jaynti Kanani, Sandeep Nailwal und Anurag Arjun gegründet. 2020 wurde das Mainnet veröffentlicht. Es dauerte nicht lange, bis die ersten dApps ihren Weg auf das Netzwerk fanden, darunter die Blockchain-Spiele Neon District und Decentral Games.

Im Dezember 2020 stieß Mihailo Bjelic zum Team dazu. Bei ihm handelt es sich um einen Entwickler mit Fokus auf Ethereum. Er hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Skalierungsprobleme der Blockchain zu lösen. In dieser Zeit fand auch die Umbenennung zu Polygon statt.

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