DeFi-Tokens wie Uniswap oder PancakeSwap gehören erhielten in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit und der Kurs der Kryptowährungen ist stark avanciert. Darunter befindet sich auch die Kryptowährung 1inch mit ihrer DeFi-Plattform. Was steckt hinter 1inch und worin unterscheidet sie sich von anderen Tokens des decentralized finance?

Was ist 1inch?

1inch ist eine dezentralisierte Börse (kurz DEX, Englisch Decentralized Exchange). Decentralized Exchanges sind Handelsplattformen auf der Basis einer Blockchain, bei denen die Handelsfunktionen von den Smart Contracts übernommen werden. Anstelle einer zentralisierten Exchange oder eines Brokers handeln die Nutzer hier direkt miteinander auf der Blockchain.

Der DeFi-Sektor bietet eine grosse Anzahl an Altcoins und alternative Möglichkeiten, in Kryptowährungen zu investieren. Dazu gehören unter anderem das Lending, Burrowing, das Yield Farming und weitere fortgeschrittene Funktionen. Weiterhin ist der Währungstausch in der Regel sehr günstig, da keine Gebühren an den Betreiber der Börse anfallen. Nachteile sind eine geringe Liquidität und schmale Auftragsbücher. Der Bärenanteil des Krypto-Handels findet nach wie vor auf den zentralisierten Börsen statt. Daher sind Handelsvolumen und Liquidität auf den DEXs noch vergleichsweise niedrig. 1Inch will diese Probleme beheben.

DeFi-Aggregator

1inch bietet nicht nur eine eigene Plattform für den dezentralen Handel mit Kryptowährungen, sondern ermöglicht auch den Zugriff auf weitere DeFi-Börsen. Damit kommen mehrere DEXs auf einer DEX zusammen. Normalerweise werden auf den verschiedenen Decentralized Exchanges die Kryptowährungen zu unterschiedlichen Preisen gehandelt. Mit 1inch können Trader die Preise miteinander vergleichen und sich so den günstigsten Preis aussuchen. Zurzeit sind auf 1inch über 20 Pools gelistet, zu den grösseren gehören SushiSwap, Kyber, Uniswap und Curve. 1Inch verlangt für Transaktionen keine Gebühren, die einzigen Gebühren stammen von den externen Plattformen. 1inch selbst verdient sein Geld, indem es einen Teil der bezahlten Gebühren für sich behält. Da 1inch auf Basis von Ethereum basiert, fallen für Transaktionen Gas-Gebühren an.

Weiterhin verwahrt 1inch nicht die Krypto-Guthaben seiner Nutzer. Transaktionen werden direkt aus der Wallet heraus getätigt. Neben dem Trading bietet 1inch auch das Lending, also Krypto-Kredite, und das Staking des 1inch Tokens an.

Der 1inch Token

Der 1inch Token ist ein ERC20 Token auf der Basis von Ethereum. Halter des Tokens können an Abstimmungen über das Protokoll und des Netzwerkes teilnehmen. Es wird eine Maximalmenge von 1’500’000’000 Tokens geben. Davon sollen gut 30 % der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, während 14,5 % zur Finanzierung der Plattform einbehalten werden sollen. Der Rest geht mit der Zeit an das Entwicklungsteam und die Investoren. Aktuell befinden sich 162’000’000 im Umlauf. Daneben gibt es noch den Chi Gas Token (Chi). Dieser basiert auf dem Gas Token GST2 von Ethereum und wird als eine Sicherung gegen zu hohe Gas-Gebühren eingesetzt.

Der Token dient in erster Linie dem Governance-Modell von 1inch. Ein Token entspricht einer Stimme. Um abstimmen zu können, müssen die 1inch Tokens gestaked werden. Sie werden also für eine unbestimmte Zeit eingefroren und können nicht bewegt werden. Dafür erhalten die Staker regelmässige Belohnung in Form von 1inch Ausschüttungen.

Wer steckt hinter 1inch?

Die Kryptowährung wurde von den beiden Russen Anton Bukov und Sergei Kunz entwickelt. Anton Bukov, ein Programmierer, war in diversen Krypto-Startups involviert, bis er Sergej Kunz kennenlernte. Beide waren Moderatoren auf dem russischsprachigen Youtube-Kanal CryptoManiacs. Bei Hackerton lernten sie weitere Programmierer kennen, wobei ihr Fokus auf Smart Contracts lag. 2019 schufen sie den ersten DEX-Aggregator, der erste Schritt hin zum 1inch-Netzwerk. Anschliessend war Anton Bukov bei der Entwicklung des NEAR-Protokolls und der ETH-NEAR Rainbow Bridge beteiligt, welche die Ethereum-Blockchain und die NEAR-Blockchain miteinander verbindet. Sergei Kunz arbeitete zuvor als Software-Architekt unter anderem für Porsche.

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